Ich merke gerade,
dass mich das Wir interessiert
und gleichzeitig manchmal zu tiefst erschöpft.
Nicht als Gedanke oder Idee.
Sondern als körperliche Realität.
Was passiert eigentlich mit mir,
wenn ein Feld größer wird?
Wenn Beziehung dichter wird?
Wenn Erwartungen leise im Raum hängen,
auch dann, wenn niemand sie ausspricht?
Ich forsche seit Wochen an einer sehr schlichten Frage:
Wie bleibe ich bei mir,
während ich Teil von euch bin?
Nicht heroisch.
Nicht als Haltung.
Eher im Alltag des Nervensystems.
Ich kenne das gut:
Ich bin da.
Ich höre zu.
Ich spüre mit.
Und irgendwo unterwegs
verliere ich meine eigene Spur.
Ganz subtil.
Fast höflich.
Kein Drama.
Nur ein leiser Energieabfluss.
Was ich gerade lerne:
Bei mir bleiben ist kein mentales Statement.
Es ist etwas Körperliches.
Wenn meine Füße den Boden wissen.
Wenn mein Becken Orientierung hat.
Wenn mein Atem mein Tempo hält.
Dann darf Beziehung passieren,
ohne dass ich mich verliere.
Im Wir zeigen sich alte Reflexe:
Anpassen.
Vorausfühlen.
Spannung glätten, bevor sie überhaupt sprechen darf.
Manchmal sieht das aus wie Liebe.
Manchmal wie Kompetenz.
Manchmal wie Teamfähigkeit.
Und manchmal kostet es mich mich selbst.
Mich interessiert gerade ein Wir,
das Differenz aushält.
Eines, das nicht sofort rund werden muss.
Ein Wir,
in dem Spannung kein Fehler ist,
sondern Information.
Ein Wir,
in dem jede*r spürbar bleibt,
auch dann, wenn es kurz unrund wird.
Vielleicht ist das gerade unsere gemeinsame Forschung:
Nicht: Wie halten wir das Feld harmonisch?
Sondern: Wie bleiben wir echt, während es lebt?
Wie früh merke ich,
dass ich mich verliere?
Wie schnell darf ich zurückkommen?
Wie wenig Erklärung braucht es dafür?
Ich glaube,
das Leben zwischen Ich und Du
passiert genau da:
Jenseits von Vereinnahmungs- einigkeit.
Sondern in Präsenz.
Ohne Gleichschritt.
Sondern im Mitgehen mit eigenem Rhythmus.
Ich.
Du.
Wir.
Und das Leben dazwischen.
Jenseits von Konzept.
Ein Erfahrungsraum.
